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Höhlen
stellen vielfältige und empfindliche Naturgeotope dar, welche als wissenschaftliche
Archive und Lebensraum spezieller Tiere erhaltenswert sind. Heute besitzen
leider viele der bekannten Höhlen nicht mehr das von der Natur geschaffene,
ursprüngliche Aussehen.
Abgeschlagene Tropfsteine, rußgeschwärzte Wände und Höhlendecken, ehemalige
Feuerstellen und zahlreicher Zivilisationsmüll künden von der Anwesenheit
des Menschen.
Innerhalb
eines Karstsystems stellen aktive Karsthöhlen einen Bestandteil im Gesamtkreislauf
des Wassers dar. Jegliche Veränderungen oder Störungen führen deshalb
zwangsläufig zu einer negativen Wasserqualität. Aus diesem Grunde sind
Mülleinträge wie Autowracks, Ölfässer, Farb- und Lösungsmittelrückstände
oder organische Abfälle in Schachthöhlen oder Erdfälle völlig unsinnig,
da sie mit dem Sickerwasser sehr schnell und nahezu ungefiltert wieder
in das Grundwasser gelangen. Dadurch kann es zur Verunreinigung ganzer
Trinkwassergebiete kommen. Sehr problematisch ist auch das Ausbringen
von Düngemitteln oder Pestiziden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen
in Karstgebieten.
Wenn
man eine unberührte Höhle mit einer durch Vandalismus und Müll zerstörten
Höhle vergleicht, so wird jeder schnell einsehen, dass in der heutigen
Zeit der Höhlenschutz unbedingt notwendig ist. Es wird also höchste zeit,
die Menschen mit entsprechenden Informationen darauf aufmerksam zu machen.
Nur so ist es möglich, ein neues Bewußtsein im Umgang mit der Höhle zu
formen. Alle Unbelehrbaren müssen im Sinne des Naturschutz hart bestraft
werden.
Dem
Menschen das Betreten der Höhlen gänzlich zu verbieten, hat sich als undurchführbar
erwiesen, dass wissen auch die Höhlenschützer. Deshalb sollen und werden
unsere heimischen Höhlen auch weiterhin einen Anziehungspunkt und Lehrbeispiel
für naturinteressierte Personen darstellen.
Falls eine Höhle besucht wird, sollte man sich an folgenden Leitfaden
des Höhlenschutzes halten:
- Nehmen
Sie nichts aus den Höhlen mit!
Entwenden Sie keine Oberflächenfunde und unterlassen Sie Grabungen in
den Höhlen. Damit zerstören Sie unersetzliche Kultur- und Sedimentschichten.
Etwaige Funde melden Sie bei den zuständigen Landesdenkmalämtern.
- Lassen
Sie nichts in der Höhle zurück!
Jeglicher Abfall schädigt das Ökosystem und sieht schäbig aus.
- Verwenden
Sie zur Beleuchtung keine Fackeln!
Benutzen Sie elektrisches Licht oder Karbitlicht und entsorgen Sie die
leeren Batterien oder Karbitreste zu Hause.
- Entzünden
Sie in Höhlen und vor Höhleneingängen kein Feuer!
Der Rauch und Ruß zieht in die Höhle und verunreinigt dabei Decken,
Wände, Tropfsteine und tötet Fledermäuse sowie weitere Höhlentiere.
- Zerstören
Sie nichts und unterlassen Sie das Abschlagen von Mineralien und Tropfsteinen.
So benötigt beispielsweise ein bleistiftdünner Stalaktit etwa 30 Jahre,
um einen Zentimeter zu wachsen.
- Zertreten
und berühren Sie keine natürlich gebliebenen Boden- oder Wandpartien.
Auch der braune Höhlenboden aus Lehm enthält fragile Formen, welche
man erst beim zweiten Hinschauen entdeckt.
- Hinterlassen
Sie keine Inschriften an Höhlenwänden!
- Schlagen
Sie nichts tot!
- Schützen
Sie die Fledermäuse,
denn sie können es in der Insektenvertilgung mit jedem Singvogel aufnehmen!
Unterlassen Sie unbedingt Winterbegehungen in Fledermausquartieren!
Sollten Sie dennoch eine Fledermaus im Winterschlaf antreffen, berühren
Sie diese nicht und entfernen Sie sich rasch.
Auch Höhlenspinnen und andere Kleinlebewesen haben einen wichtigen Platz
im sensiblen Ökossystem einer Höhle.
Helfen Sie mit, die Welt ohne Licht zu erhalten. Sie sind nur Gast in
ihr.
"Wenn
Du in eine Höhle gehst,
nimm nichts mit,
außer Deinen Eindrücken und Fotos,
laß nichts zurück,
außer Deinen Gedanken und Fußspuren,
zerstöre nichts und
schlage nichts tot."
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