| HÖHLEN |
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In der Urgesellschaft (Alt- und Mittelpaläolithikum) wurden die Höhlen durch unsere Urvorfahren als Lager- und Wohnorte besiedelt und vor auch im Jungpaläolithikum als Kult- und Opferstätten genutzt. In späterer Zeit, als sich der Mensch in oberirdischen Behausungen niedergelassen hatte, wurden Höhlen schon auf Grund ihrer dunklen, zumeist nassen und kalten Erscheinung gemieden. Sie galten in der Phantasie der Menschen fortan als mystischer Aufenthaltsort von Geistern, Kobolden und anderen Fabelwesen. Erst im Mittelalter wich diese Angst und man begann langsam, sich mit den natürlichen Erscheinungen unter Tage näher zu beschäftigen. So sind die ersten Anfänge der Höhlenforschung in dieser Zeit zu suchen. In
der heutigen Zeit verbinden viele Menschen mit dem Begriff Höhle einen
"Hohlraum unter der Erdoberfläche". Aber anders als bei Bergwerken, Bunkeranlagen,
Tunneln oder Kellern sind Höhlen auf natürliche Weise, also ohne menschliches
Zutun, entstanden. Eine richtige Höhle ist mindestens so groß, dass sich
eine Person in ihr fortbewegen kann. Das bedeutet aber nicht, dass alle
Höhlen immer bequem begehbar sind. In vielen Höhlen erfolgt die Fortbewegung
des Höhlenforschers zumeist gebückt oder kriechend. Außerdem kann das
Weiterkommen des Forschers in Folge von Engstellen, Schächten, Schloten,
Gesteinsverbrüchen, Bächen, Seen und Siphonen erschwert werden. Den
weltweit bedeutendsten Höhlentyp stellen die durch Auflösung entstandenen
Höhlen dar. Sie entstehen vorzugsweise in Kalk., Dolomit-, Gips- und Salzgesteinen.
Dabei tritt das Wasser entlang von Fügen oder Klüften in den Gesteinsverbund
ein bildet zuerst kleine Röhren. Diese werden dann immer mehr erweitert,
bis schließlich die Höhlen entstehen. Der Großteil der Höhlen in Thüringen liegt in Karstgebieten, in welchen leicht lösbare Gesteinen wie Zechsteinriffkalk, Muschelkalk und Gipsgesteine vorkommen (Karstland Thüringen). Aber auch in den nicht verkarsteten Gesteinen Thüringens (Granit, Porphyr, verschiedene Konglomerate des Rotliegenden) sind einige Höhlen zu finden. Diese Höhlenbildungen werden auch als Pseudokarst bezeichnet. |